Geschichte der Alten Vogtei!

Die Alte Vogtei ist das älteste Gebäude in Köngen das noch in seiner ursprünglichen Form erhalten ist. Sie wurde in den Jahren 1459 und 1460 als Sichtfachwerkbau errichtet.
Die Alte Vogtei war Mittelpunkt eines großen Wirtschafts- und Verwaltungshofes, dem Widumhof. Der Besitzer dieses Hofes war auch für die Kirche baupflichtig und für die Versorgung des Pfarrers zuständig. Für diesen Zwecke stand dem Besitzer der große und der kleine Zehnt zu. ( Der große Zehnt musste von der Getreideernte, der Kleine Zehnt von der Obst- und Gemüseernte gegeben werden.)
Das größte Gebäude des bedeutsamen Widumhofes , dessen Umfassungsmauern an einigen Stellen in der Nähe der Vogtei erhalten sind und sie ursprünglich mit einschlossen, war die benachbarte Zehntscheuer, die in der heutigen Form 1722 erbaut wurde.
Der Köngener Klostervogt residierte an Stelle des Propstes des Klosters Denkendorf, das ab 1120 zum Orden vom Heiligen Grab in Jerusalem gehörte. Eine Vogtordnung legte die Rechte und Pflichten des Vogtes fest.
Erst 1852 erlosch die Zehntpflicht der Köngener Bevölkerung. Das Zehntrecht wurde in diesem Jahr durch einen Geldbetrag abgelöst. Damit verlor auch die Vogtei ihre Funktion und wurde an Privatpersonen verkauft.

Im Januar 1988 Dr. Gerhard Hergenröder